Nachdem am Wochenende ja in jedem Blog unter der Überschrift „Facebook verklagt StudiVZ“ berichtet wurde, meldet sich StudiVZ nun zu Wort.
Nach einem Bericht auf Golem.de, wird der Mitgründer des StudiVZ Ehssan Dariani zitiert:
… die Software hinter der Seite kann ja gar nicht kopiert werden, die muss man selbst schreiben…
Ist denn nicht genau das das Problem? Ich bin technisch nun einmal nicht auf dem aktuellsten Stand, aber ist eine Kopie der „Software“ überhaupt nötig? Wenn die Chinesen einen Mercedes nachbauen, legen Sie die Zeichnungen auch nicht auf den Kopierer und fangen an. Sie schauen sich den Wagen genau an und bauen ihn mit eigenen Maschinen, Rohstoffen, etc. zusammen. (Hier noch ein „China-Link): klick!)
Weiter heißt es
Die Farben unterscheiden sich: StudiVZ ist rot, Facebook ist blau.
Das ist ja mal ne Erkenntniss! Ich baue meinen Mercedes also und lackiere ihn grün. Schwupps hab ich keine Kopie mehr?
Sicherlich ist es eine merkwürdige Art und Weise von Facebook und Mark Zuckerberg von seinen Schwächen abzulenken und nun durch die Hintertür Einfluss nehmen zu wollen. Der Zeitpunkt ist zudem recht schlecht gewählt. Gerade nachdem der eigene Markteintritt in Deutschland nicht so recht geklappt hat, auf diesen Weg zu versuchen doch noch einige Studenten mehr „abzuwerben“ ist doch sehr fraglich. Hätten sie die Klage früher, d.h. vor 1-2 Jahren eingereicht, anstatt StudiVZ zunächst zu gestatten mit einer (vermeidlichen) Kopie der Facebook-Plattform zu arbeiten, hätten sie sich einiges an negativer Publicity sparen können.
TechCrunch hat offensichtlich auch versucht einen Kommentar von StudiVZ zu bekommen: Vergeblich, stattgedessen gab’s wohl „Smack Talk“ und Wettern gegen Facebook. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem TechCrunch-Artikel:
Marcus Riecke, the CEO of StudiVZ, goes on to call Facebook arrogant and says they are trying to create an international monopoly over social networking:
„Now that Facebook, despite trying hard, has not been successful in the German market, the company seeks to obstruct studiVZ through court action. Their strategy appears to be: If you can’t beat them, sue them. There are numerous social networks. Facebook was not the first and certainly isn’t the only one. By attempting to harm studiVZ through a meritless California lawsuit, Facebook is arrogantly laying claim to an international monopoly over social networking sites that the facts show it does not deserve.“
These comments would be credible if StudiVZ wasn’t such a direct ripoff of Facebook’s look and feel (see screen shot). Early versions of the StudiVZ site reportedly “borrowed” Facebook’s CSS files as well.
Perhaps StudiVZ could save themselves the legal bills and just hire a designer to come up with a unique profile and interface instead of posturing and filing counter suits in Germany.
Auf netzwertig.com wurde hingegen eine Stellungnahme von StudiVZ veröffentlicht:
studiVZ: Stellungnahme zu US-Klage
Berlin, 20. Juli 2008. Nach verschiedenen Medienberichten hat Facebook Inc. am 18.Juli 2008 bei einem kalifornischen Gericht Klage gegen studiVZ eingereicht.
Offensichtlich hielt Facebook es für angebracht, einzelne Medien intensiv über den Inhalt der Klage zu informieren. Diese ist studiVZ bislang nicht zugestellt worden. studiVZ kann und wird den Inhalt der Klageschrift daher nicht kommentieren. Die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe sind haltlos.
Im Vorfeld durch amerikanische Anwälte von Facebook erhobene Vorwürfe hatten studiVZ veranlasst, bereits am vergangenen Freitag Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart einzureichen. Diese hat das Ziel, von den zuständigen deutschen Gerichten feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend sind.
Marcus Riecke, CEO von studiVZ Ltd., bezieht zu dem Vorgang wie folgt Stellung: “Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindern.“
„Es gibt weltweit zahlreiche soziale Netzwerke. Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das Einzige. Mit dem Versuch, studiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven. Wir sehen der Sache gelassen entgegen.“
Sichelputzer.de hat sich mit der Mitteilung ein wenig näher auseinandergesetzt: klick!
Ein weiterer Beitrag zum Thema ist hier zu finden: klick!
In wie fern das jeder unterstützt sei einmal dahingestellt. Ich bin aber gespannt, wie die kleine „Schlammschlacht“ weitergehen wird.






1 Antwort bis hierher ↓
Facebook vs StudiVZ III - Die Klageschrift « Ge | dan | ken | so | lo // 28. Juli 2008 um 18:41
[...] 2. Post: http://gedankensolo.wordpress.com/2008/07/21/facebook-vs-studivz-ii/ [...]