Der Deutsche Fernsehpreis 2008
Wer von euch hat’s gestern gesehen?
Im ZDF kam die Aufzeichnung vom deutschen Fernsehpreis 2008. Eigentlich nichts besonderes. ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat1 schenken sich selbst Preise. Wer’s nicht gesehen hat, hat sicherlich mittlerweile in der Zeitung und vor allem im Netz was davon gelesen.
Amüsant war es… zumindest für 5-6 Minuten! Als Marcel Reich-Ranicki den Preis für sein Lebenswerk ablehnte und quasi den kompletten Saal beleidigte. Wer es gestern nicht sehen konnte, hier das YouTube-Video:
Wer kanns ihm nun verübeln. Zum einen wirkt ein „Preis für das Lebenswerk“ meist wie ein Trostpreis, den MRR wohl nicht nötig hat. Des Weiteren wird er eingeladen, da die „Besten“ geehrt werden sollen… und nun wird „Deutschland sucht den Superstar“ direkt vor ihm ausgezeichnet. Es ist faszinierend, wie die vier Mediengesellschaften es seit mittlweile 10 Jahren schaffen sich alljährlich gegenseitig zu glorifizieren und sich mit Preisen beschenken. Ein gutes hat das Ganze aber: zwei Nachwuchsschauspieler bekommen etwas Geld für Ihre Leistung. Wohl weniger das Geld als vielmehr die Ausmerksamkeit, die den jungen Schauspielern geschenkt wird, gibt Motivation für die Zukunft. Zumindest sollte man das hoffen.
Der FAZ sagte MRR später im Interview:
„Ich saß in der ersten Reihe und je länger die Sache dauerte, desto mehr war ich ermüdet. Ich fand es empörend, dass ich während dieses langen Abends die ganze Zeit auf einem harten Stuhl sitzen musste und man mich bis zum Schluss warten lassen wollte. Nachdem ich schon rund zwei Stunden ausgeharrt hatte, sagte mir der Intendant Schächter, es dauere noch fünfzehn Minuten, dann nochmal fünfzehn Minuten, dann sprach er von dreißig Minuten. Da wollte ich weg, ich wollte gehen. Ich konnt‘s nicht mehr aushalten.
Das ist das eine. Jetzt zum anderen, den erbärmlichen Darbietungen. Ich sage ja nicht, dass alles schlecht war, was da ausgezeichnet wurde, überhaupt nicht. Aber auch die guten, vielleicht sogar sehr guten Produktionen, die einen Preis erhielten, wurden auf eine Art und Weise präsentiert, die ihre Qualität überhaupt nicht erkennen ließen. Ein Beispiel: Eric Fiedler bekam einen Preis für seine Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“. Das soll ein guter, sehr beachtlicher Film sein. Aber man sah nur einen ganz kurzen Ausschnitt, der überhaupt nichts von dieser Qualität sichtbar machte.“
Hier nun eine unvollständige Zusammenfassung anderer Seiten, die sich auch mit dem Thema befassen:
www.dwdl.de ~ FAZ I ~ FAZ II ~ Politik.de ~ ZDF.de ~ Stefan Niggemeier ~ Spreeblick ~ medienlese ~ 24stunden.de ~ Indiskretion Ehrensache ~ PR Blogger ~ Turi2







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