Vor einigen Tagen habe ich ja ein wenig Werbung für den Vortrag von Joschka Fischer zum Thema „Ein unmöglicher Friede? Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern“ gemacht.
Gestern war es nun soweit und ich habe versucht einen Platz im F1 vom Fürstenberghaus zu bekommen.
Zunächst einmal möchte ich die Uni Münster loben, dass Sie einen solchen Gast dazu gewinnen konnten einen Vortrag zu einem sehr aktuellen Thema zu halten.
Die Organisation hingegen war mehr als schwach.
Der Raum war deutlich(!) zu klein!
Als man es bemerkte, wurden kurzerhand Video-Übertragungen in die anderen Hörsäle organisiert. Ich frage mich, wieso hat man nicht gleich die Veranstaltung in den H1 gelegt? Hier hätten immerhin 800 Studenten Platz und nicht bloß ca. 300. Zudem hätte man, wenn die ca. 800 Plätze nicht ausreichen den H2 und H3 hinzunehmen können und jedem einen Sitzplatz bieten können. So mussten nun viele im Foyer stehen und sich den Vortrag im stehen anschauen.
Der Vortrag an sich, war durch aus interessant. Ob nun alles richtig war, kann ich nicht beurteilen, da ich als Laie meine wenigen Informationen über den Konflikt zwischen Israel und Palästina lediglich aus den Tagesnachrichten habe. … Und dieses Wissen reicht sicherlich nicht aus, irgendwelche „Weisheiten“ zu verbreiten.
Die Aussichten, die Herr Fischer geboten hat, waren alles andere als rosig: „Wir sind noch lange nicht an dem Punkt, wo beide Seiten ernsthaft bereit sind, sich zu Friedensgesprächen zusammenzusetzen“. Auch fand ich es ein wenig beschämend, wie sehr doch die Hoffnung auf den USA und deren neuen Präsidenten ruht. In meinen Augen haben die in den nächsten Jahren genug mit sich selbst zu tun, als das sie sich über die Probleme anderer Gedanken machen können. Davon aber abgesehen, werden sie sich dennoch einmischen, was laut Herrn Fischer auch nötig ist.
Soviel eine kleine Zusammenfassung. Ich bin sicher, dass eine inhaltliche Besprechung des Vortrags im Laufe des Tages in der lokalen Presse zu finden sein wird. Einen ersten Link kann ich schon hier bieten: Klick!
Weitere Infos sind (hoffentlich) bald hier zu finden: Klick!






4 Antworten bis hierher ↓
Adrian // 14. Januar 2009 um 18:25
zu der Organisation kann ich Dir nur zustimmen, ich war als einer der ersten da (die sich nicht gleich in die vorangegangene Vorlesung gesetzt haben) und es machte den Eindruck als ob die Organisatoren verwundert waren, dass mehr Leute gekommen sind, als zur normalen Ringvorlesung. Unsere Vermutung, warum es nicht im H1 stattgefunden hat: (1) man hat nicht mit dem verstärkten Andrang gerechnet (die Ringvorlesung findet immer in F1 statt) und (2) man wollte dem Herrn Minister nicht die Hässlichkeit des H1 zumuten…
den Vortrag und die anschließende Disskusion fand ich (mit Ausnahme einiger selbstdarstellerischer Wortmeldungen) doch sehr interessant. Leider hat mich die düstere Zukunftsaussicht nicht wirklich überrascht und es war eine Bestätigung auf die ich auch gern verzichtet hätte. sogar noch weitergehend war die Aussage sehr ernüchternd, dass die Grundprobleme eines Kompromisses gar nicht wirklich streitig sind und eigentlich nur noch Details ausgehandelt werden müssten, dies aber aufgrund mangels Kraft/Willens auf beiden Seiten nicht in Aussicht steht. Dazu die Einführung religiöser Beweggründe in diesen bisher eher politischen Konflikt und die zunehmende Radikalisierung zeichnen leider wirklich ein schwarzes Bild.
Es war auf jeden Fall beeindruckend einen so hochkarätigen Redner hier zu haben. Nächste Woche ist übrigens der Völkerrechtler Tomuschat da, sicher auch höchst interessant.
Anna // 14. Januar 2009 um 19:01
ich würde, wenn ich Zeit hätte, hier lang und breit meine Meinung kund tun. jedoch fehlt mir die Zeit. Aber ich möchte an eure Vernunft plädieren! Glaubt nicht den westlichen Medien! Lest Bücher über diesen Konflikt oder Artikel. Aber werdet keine Medienopfer.
Für diejenigen, die sich wirklich mal kurz ein zwei gute (zusammenfassende) Artikel lesen wollen, empfehle ich folgende Adresse:
http://www.hintergrund.de
Uri Avnery schreibt sehr gute Artikel- Er ist selbst Jude und hat sehr aufschlussreiche Beiträge geleistet!
Dann kann ich noch als Literatur Edward Said empfehlen. Er ist palästinensicher Christ.
beste Grüße, Anna:)
Stefan // 14. Januar 2009 um 22:23
@Adrian: Danke für den Beitrag.
Eine Vermutung vom mir, wieso die Veranstaltung im F-Haus stattfand, war, dass das Institut vielleicht ein wenig auf sich aufmerksam machen wollte. Kann es sein vielleicht sein, dass Sie auch etwas für die Außendarstellung machen wollten, wenn man schon einen solchen „Promi“ zu Gast hat.
politischer Hofnarr // 15. Januar 2009 um 14:06
Ich fand es auch sehr schade, dass sie nicht den H1 genommen haben.In unserer VWL-Vorlesung vorher im F1 waren auf jeden Fall so viele wie noch nie.
Unser VWL-Prof war in richtiger Hochstimmung deswegen.;)