Nach einiger Zeit Abwesenheit war ich gestern Abend wieder einmal beim SC Preußen Münster. Im Westfalenpokal ging es gegen die Sportfreunde aus Lotte, gegen die man im letzten Jahr das Finale gewann.
Bei solchen Gelegenheiten ist es immer wieder faszinierend was für Charaktere den Weg ins Fußballstadion finden. Bei einigen wundere ich mich über ihr tolles Immunsystem. 120 Minuten brüllend mit nacktem Oberkörper bei einem lauen Lüftchen. Das der Chef da nichts sagt, wenn man regelmäßig krank zur Arbeit kommt, oder noch schlimmer: krank geschrieben wird.
Auch ist es wunderbar von wildfremden Leuten angesprochen zu werden: „Ey, kennste den und den?“
Grundsätzliche Antwort ist dann eigentlich immer: „Nää!“.
Ich kenne vielleicht 6 der 22 Spieler auf dem Feld, geschweige denn die Auswechselspieler.
Noch netter wirds, wenn das Gespräch dennoch (ohne weitere Beteiligung durch meine Person) fortgeführt wird. Plötzlich wird jeder Spieler genannt und warum dieser Spielen sollte.
Auch ein netter Vergleich: „Maaan, dat gibts doch nich. Dat ist Lotte ey, nich Arsenal“.
Richtig, aber es ist auch „nur“ Preußen Münster.
Während ich bei den letzten Spielen selten Glück hatte, gabs gestern ein richtige gutes Spiel der Preußen zu sehen; Es war flott und Tore sind auch gefallen. Aber wieso müssen einige Fußballspiele trotz Überlegenheit einer Mannschaft immer so spannend sein?
Gestern machte es den Anschein, die Preußen wollten einfach kein Tor schießen.
Wie es dann kommen musste, fing man sich in der 42. Minute ein Elfmetertor. (Auch wenn viele Fans es nicht wahrhaben wollte, war es doch eine klare Angelegenheit.)
Nachdem die Münsteraner auch in der zweiten Halbzeit überlegen waren und in der 61. Minute (durch El-Nounou) den Ausgleich machten, dachte ich: „Prima, jetzt läufts ja“.
Für ganze sechs Minuten.
Da traf Lotte wieder zur 1:2 Führung.
Nachdem nach acht weiteren Minuten später der 2:2 Ausgleich viel, hatte ich zunächst keiner sonderlich große Lust auf die Verlängerung. (Zum Glück hat es nur kurz ein wenig genieselt und blieb ansonsten trocken. Im Regen zu stehen wär das Letzte worauf ich Lust gehabt hätte) Wenn ich aber schon mal dort war, wollte ich sie auch sehen. Zum Glück.
Das 3:2 in der ersten Halbzeit der Verlängerung durch Loose war ein richtiges Klasse-Tor!
Und als Pollok in der 114. Minute auch noch das 4:2 machte, war es endlich mal richtig gelungenes Spiel, was ich im Preußen-Stadion sehen durfte.
Danke!
Das sagen die Anderen
Westfälische Nachrichten: Das gewisse Pokal-Etwas: Preußen bezwingen Lotte nach Verlängerung






