Ein spannender Beitrag von Klaus Eck hat mich heute veranlasst diesen Post zu schreiben.
In dem Beitrag bietet er einen kleinen „Social-Media-Leitfaden für Berufsanfänger und Bewerber“.
So schreibt er, dass laut einer Umfrage ca. 30 Prozent aller Personalverantwortlichen die üblichen Networks in Ihre Informationsbeschaffung über einen Bewerber einbeziehen. (Diese 30 Prozent beziehen sich allerdings wohl eher auf den amerikanischen Markt, wenn man sich computerworld.com und CareerBuilder.com als Quellen der Umfrage anschaut)
Da die Deutschen in Sachen Internetnutzung häufig etwas zurückhängen, kann man von einem (deutlich?) geringeren Anteil der deutschen Personalverantwortlichen ausgehen.
Diese Zahlen wundern mich schon ein wenig. Ich hätte diesen Anteil doch deutlich höher eingeschätzt, sowohl in den USA als auch in Deutschland. Vor allem, da in den vergangenen Monaten doch immer wieder – selbst im TV – vom medialen Exhibitionismus der Internet-Generation berichtet wird. Gerade erst diese Woche hat der Spiegel sogar eine Titelstory zum Thema „Fremde Freunde – der zweifelhafte Wert digitaler Beziehungen“ herausgebracht. Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog „Indiskretion Ehrensache“ hat sich genauer mit dem Spiegel-Titel auseinandergesetzt.
Klaus Eck gibt in seinem Blogpost einige hilfreiche Tipps, wie wir mit Social Networks und Co. umgehen können:
- Seien Sie präsent: Zuerst ist es wichtig, überhaupt im Internet auffindbar zu sein: Profile in sozialen Netzwerken sollten grundsätzlich unter dem eigenen Namen erstellt werden. Findet ein Personaler keine Informationen zu einer Person im Internet und handelt es sich um den anvisierten Betrieb noch um ein Internet-affines Gewerbe, ist das Stirnrunzeln vorprogrammiert: Hat der Bewerber etwas zu verstecken? Oder ist ihm eine Darstellung im Internet nicht so wichtig?
- Halten sie Ihre Profile aktuell: Profile in sozialen Netzwerken sind immer up-to-date zu halten. Veraltete Informationen oder ein vernachlässigtes Profil können viel über die Sorgfalt, mit der man mit seiner Reputation umgeht, aussagen. Natürlich kann ein perfekt gepflegtes und aktualisiertes Profil auch das Gegenteil ausstrahlen: Jemand der aktiv um seine Reputation im Internet bemüht ist und das Medium richtig nutzt.
- Überprüfen Sie regelmäßig: In sozialen Netzwerken herrscht ein konstanter Fluß [sic!] von Informationen. Checken Sie ihre Profile regelmäßig: So verpassen sie keine Möglichkeit zur Partizipation und Anfragen können schneller beantwortet werden. Natürlich kann so auch effektiv kleineren Überraschungen wie peinlichen Gästebucheinträge oder Fotos vorgebeugt werden.
- Zeigen Sie Interesse: Sie bewerben Sich bei einem Unternehmen im Kommunikationsbereich? Zeigen Sie, dass Sie sich auch außerhalb der Ausbildung oder des Studiums für das Thema interessieren: Führen Sie Diskussionen auf Facebook, treten Sie Gruppen in StudiVZ bei, fangen Sie an zu twittern – all diese Dinge bauen eine Verbindung zu bestimmten Thematiken auf. Eine frühzeitige Positionierung in spezifischen Themenbereichen kann nicht schaden – Ihr Name wird von Vornherein mit dem Thema in Verbindung gebracht.
- Know the Rules: Es gibt nur sehr wenige Regeln, auf die man im Social -Media-Bereich zurückgreifen kann: „Äußern Sie im Internet nur, was Sie auch im realen Leben in der Öffentlichkeit von sich geben würden.“ ist aber eine, die man kennen sollte. Durch das Speichern jeglicher Aktionen entstehen gleichermaßen Chancen als auch Gefahren. Einer einmal aufgebauten Reputation im Internet können jedoch kleinere Fehler nichts anhaben.
- Konflikte nicht in der Öffentlichkeit lösen: Dies ist ein wichtiger Tipp, den ich von einem meiner Follower bei Twitter bekam (an dieser Stelle danke an Florian Bergmann): Konflikte sollten eher unter den Parteien gelöst werden als in der Öffentlichkeit. Bevor also der private Kleinkrieg auf der Internet-Pinnwand sein Schlachtfeld findet, tragen Sie ihn lieber per Telefon oder im persönlichen Umgang aus.
- Zweifelhafte Positionierungen vermeiden: Noch ein User-Generated-Tipp, der mich per Twitter (diesmal von Peter Augustin) erreicht hat. Positionierungen und Meinungsbekundungen sind etwas Schönes: Sie bringen ähnlich denkende Menschen zusammen und fördern die Diskussion. Aber nicht jede Positionierung wird von allen Menschen positiv aufgenommen – wenn Sie in fragwürdigen Gruppen beim StudiVZ sind oder beispielsweise einen Genozid auf Facebook unterstützen, dürfen Sie sich nicht wundern dass ihre Bewerbungen von nun an mit argwöhnischen Augen betrachtet werden.
- Privatsphäre schaffen: Viele Netzwerke bieten mittlerweile ausführliche Einstellungen zur Privatsphäre an. Richtig angewendet können damit den persönlichen Aussagen Grenzen gesetzt werden, die immer wichtiger werden. Aber auch diese sind mit Vorsicht zu genießen: Ein sehr „restriktives“ Profil kann im Beobachter den Gedanken auslösen, man hätte etwas zu verstecken. Wieder einmal ist ein individueller Mittelweg zwischen öffentlicher Partizipation und Selbstkontrolle zu wählen.
Ich bezweifle, dass diese acht Tipps für uns viel Neues beinhalten.
„Common sense“ ist das Stichwort. Wenn man ein wenig gesunden Menschenverstand walten lässt, sollten die o.g. Punkte selbstverständlich sein.
Nichts desto trotz finde ich den Beitrag eine gute Idee um die Punkte noch einmal in unsere Köpfe zu bekommen und uns die berühmte Aussage „Was einmal im Netz ist, bleibt im Netz!“ zu verdeutlichen.
Zudem kommt da ganz schön Arbeit auf einen zu, wenn man all seine Social Media-Profile (bei XING, Facebook, StudiVZ, LinkedIn, WKW, etc.) stets up-to-date halten möchte.
Fazit: Kopf einschalten und mitdenken bei allem was man im Netz veröffentlicht.
Kommentare