Nicht wahr? Studenten sind also „Hardcore-Surfer“? Ich denke wir alle wussten das schon, oder?
Das habe ich zumindest gerade auf blogmedien.de gelesen. Und in der Tat; wenn ich an meine Studienzeit denke, hat sich eine Menge im Internet abgespielt.
- Die Kommunikation bei meinen zwei Auslandssemestern hat fast ausschließlich über Skype stattgefunden. Twitter war damals noch nicht so „trendy“.
- Berichte bzw. ein Tagebuch wurde online geführt.
- Vorlesungspläne wurden aus dem Netz gezogen.
- Recherchen für Hausarbeiten und Vorlesungen kamen auch überwiegend aus dem Netz.
Schon allein, wenn man sich die ganzen Social Networks anschaut: Facebook, StudiVZ, WKW, Lokalisten und auch XING, da erkennt man, dass es doch einige Zeit darauf verwendet wird sich im Internet zu tummeln.
…ja ja… XING ist ein eher hinkendes Beispiel, da es sich um ein Business Network handelt. Nichts desto trotz bietet es Studierenden in Kontakt mit Unternehmen zu treten. Außerdem hat man sich doch durch die Hinzunahme des „Student/ Absolvent“-Status dem Markt weiter geöffnet.
Zu dem ganzen Thema gibt es jetzt eine Studie der HIS (Hochschul-Informations-System GmbH) und des Multimedia Kontor Hamburg unter dem Titel „Studieren im Web 2.0„. Der kostenlos heruntergeladen werden kann.
Einige wichtige(?) Erkenntnisse hat blogmedien.de bereits zusammengefasst:
Die Wissenschaftler haben unter anderem herausgefunden, dass 73% des akademischen Nachwuchses täglich ein bis drei Stunden online sind, 23% bringen es auf 4 bis 6 Stunden. Echte „Hardcore-Surfer“ schaffen sogar 10 bis 12 Stunden im Internet, wohlgemerkt pro Tag – und das machen nach den Ergebnissen der Web-Studie immerhin 1,3% der deutschen Studenten. Dagegen sind weitgehende Online-Verweigerer mit weniger als einer Stunde „Surfzeit“ pro Tag mit einem Anteil von 0,3% eine geradezu verschindend [sic!] geringe Minderheit. Favorten [sic!] sind bei den Studierenden im Internet – das ist wohl kaum eine Überraschung – die Online-Enzyklopädie Wikipedia sowie Social Communities wieStudiVZ [sic!], FaceBook [sic!], MySpace und Xing.
Studenten lieben Wikipedia… und vertrauen ihr!
Ferner stellt die Studie einen Vergleich zwischen Online Formaten an. Hier schneidet Wikipedia deutlich besser ab als viele andere Formate. Demnach vertrauen über die Hälfte aller Studenten (52%) Wikipedia. Deutlich dahinter liegen LEO.de (49%), Spiegel Wissen und die Zeit Online (je 34%), MS Encarta (29%), Meyers Lexikon (online) (27%), Encyclopaedia Britannica (26%) und Wissen.de (14%).
Weitere Infos findet Ihr in Benedikt Köhlers Viralmythen.
Die Diskussion ob Wikipedia nun als Quelle dienen darf/ sollte oder nicht, ist sicherlich eine schwierige. In meinen Augen jedoch dient Wikipedia nicht für wissenschaftliche Arbeiten. Detaillierte Hintergründe werden i.d.R. ohnehin nur selten gegeben. Auch kann eine Validität nicht nachhaltig sichergestellt werden.
Christian Spannagel hat vier Punkte genannt für die Wikipedia sicherlich sehr gut ist:
- Einen groben Überblick verschaffen: Welche Konzepte sind mit einem Inhaltsbereich verknüpft? Welche Anwendungsfelder gibt es?
- Begriffe klären: Beim Lesen von Texten tauchen natürlicherweise ab und zu Begriffe auf, die man nicht kennt. Wenn ein schnelles, oberflächliches Nachlesen genügt, dann ist Wikipedia recht hilfreich.
- Weitere Quellen ermitteln: In Wikipedia-Artikeln sind häufig Literaturreferenzen oder Internet-Links angegeben, die für die Arbeit von Interesse sein können.
- Über aktuelle Tendenzen informieren: Der große Vorteil von Wikipedia ist die Aktualität. Hier kann man sich ganz taufrische Informationen holen, die noch keinen Einzug in Fachbücher gefunden haben.
Verwandte Links:
Download der Studie: https://hisbus.his.de/hisbus/docs/hisbus21.pdf
Heise: US-College verbietet Wikipedia als wissenschaftliche Quelle
Digitalscholarship: Is Wikipedia becomind a respectable academic source?
Wissenswerkstatt: Ist die Wikipedia zitierfähig? ~ Wikipedia: Und wir zitieren doch
Hiegl.net: Wikipedia als Quelle für wissenschaftliche Arbeiten
Wikimedia Blog: Mehr Wissenschaft für Wikimedia
Datenschutz-Blog: Wikipedia als Quelle: So geht es
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