Nun ist Frau Schnutinger an der Reihe. …. und wie!
Frau Schnutinger (aka Ute Hamelmann) beschäftigt sich in ihrem Blog in erster Linie mit Cartoons und Comedy. Der aktuelle Post befasst sich mit den ersten Karnevalsvorbereitungen.
Wie es sich für eine Bloggerin gehört, findet man sie ebenfalls auf Twitter. Zugegebener Maßen bin ich erst seit kurzem einer ihrer etwa 975 „Verfolger“, was aber vermutlich mit meinem bisher recht eingeschränkten kleinem Blickwinkel zusammenhängt.
Falls von euch jemand Tipps zu Twittereren hat, die followable sind: Immer her damit.
Nun aber zur sehr ausführlichen Beantwortung meiner beiden Fragen.
1.) Warum twitterst du?
Warum weiß ich selber nicht so genau. Ich glaube in erster Linie dient es der Unterhaltung. Man fängt irgendwann an zu twittern und dann wird es zum netten Tagesbegleiter. Mich reizt die Mischform aus Privatem – dort findet sich einiges an Blödelei – und durchaus brauchbaren Informationen, beispielsweise über Tweets von Zeitungen und Institutionen und Experten. Alles wird nur kurz angetippt, Links werden gesetzt, man kann ihnen bei Bedarf folgen, muss aber nicht. Gerade die Vielfalt an Menschen und Institutionen macht es extrem quirlig und bunt. Und das Schöne ist: Unwichtiges kann man auch einfach schnell überlesen.
Interessant wird Twitter vor allem, wenn Ereignisse wie z.B. Wahlen anstehen, dann ist Twitter ein extrem tolles Live-Medium, bzw. eine geniale Plattform zur gegenseitigen Interaktion, siehe unlängst „Wahlen im Web“ im ZDF moderiert von Markus Kavka, eine schöne Sache! Man ist durch Twitter extrem gut und wahnsinnig schnell weltweit vernetzt – mir ist keine Plattform bekannt, die dergleichen bietet. Man wird in kürzester Zeit informiert und kann sogar noch mit vielen anderen auf einmal interagieren, z.B. Fragen stellen etc.. So gesehen ist Twitter eine Art weltweiter Newsticker für Jedermann, wie früher das Morsegerät, mit dem Unterschied, dass man jetzt nicht mehr nur einen erreicht, sondern in Kürze Hunderte, Tausende, Millionen von Menschen weltweit, siehe beim Flugzeugunglück auf dem Hudson-River in New York.
Bei Twitter folge ich beispielsweise vielen Amerikanern, die ich gar nicht persönlich kenne, nie würde ich auf die Idee kommen, denen eine Mail zu schicken, nach dem Motto: Informiere mich mal über Amerika oder ein bestimmtes Sachthema, aber so bekomme ich auf eine charmante Art und Weise trotzdem viel aus Amerika und anderen Ländern mit.
Nebenbei: Ganz persönlich habe ich schon zweimal von Twitter profitiert. Zum einen konnte ich nach dem Grimme Online Award bei einer Twitterin übernachten – und das ist ja auch im Grunde das Tolle an Twitter, man lernt einige Leute über Twitter kennen und dadurch, dass sie allen möglichen Privatkram twittern kennt man sie sogar nach einer Weile recht gut, das schafft schon in gewisser Weise Vertrauen, zumindest so viel, dass man einigermaßen fremde Leute auch bei sich übernachten lässt
Katti, im übrigen danke nochmal dafür!!! Und zum anderen ist allein über Twitter ein großes Zeitungsinterview für die Münstersche Zeitung zustande gekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Viele Blogger nutzen überdies die Chance, via Twitter auf ihre Blogbeiträge aufmerksam zu machen.
2.) Wo siehst du Twitter oder einen anderen Microblogging-Dienst in 3, 5 und 10 Jahren?
Twitter in 10 Jahren.
Twitter wird nichts anderes ablösen, dafür ist es als Medium zu singulär. Aber es wird einen großen Stellenwert im Kommunikationsmix zwischen Internetseite, E-Mail, Blogging etc. einnehmen. Ich denke, kein Medienunternehmen, keine Zeitung, kein Unternehmen, kein Einzelkämpfer, sei es Künstler oder Journalist etc. wird es sich leisten können, nicht zu twittern. Zum Aufbau einer Marke ist es überdies ein extrem interessantes Medium. Nicht zuletzt auch für das sogenannte Self-Marketing von Einzelpersonen, wovon es ja gerade in der Blogosphäre einige gibt – mit steigender Tendenz.
Hier sind uns die Twitter-Stars aus den anglo-amerikanischen Ländern weit voraus, wie z.B. der Schauspieler Stephen Fry, der die vielfältigen Möglichkeiten einer umfassenden Web 2.0-Plattform und einer entsprechenden Information und Betreuung seiner Fan-Community wirklich vorbildlich nutzt: Blog, Podcasts, Marketing, YouTube, Sevenload, XING, MySpace, Twitter, etc. – nur aus allen Plattformen zusammen wird eine vollkommene Web 2.0-Marketing-Strategie.
Es ist in Zukunft als Unternehmen törricht, im Netz nur einen Kanal bedienen zu wollen und zu hoffen, alle Menschen strömten automatisch auf eine Internetseite, weil ja die Marke so eine hohe Anziehungskraft besitzt. Die Zeiten sind vorbei. Man muss sich im Netz viel stärker und aktiver um den Konsumenten bemühen und zwar dort, wo sie agieren. Das heißt aber auch, dass man eine andere Sprache und Form finden muss als in den klassischen Medien. Hier kann vor allem die Politik extrem viel von Barack Obamas Wahlkampf lernen. Der klassische deutsche Wahlkampf funktioniert im Web 2.0 nämlich nicht, hier gilt absolute Authentizität und der Wille zur durchaus selbstkritischen Auseinandersetzung.
Aber auch der veränderte Stil hat viele Vorteile, denn über Twitter kann und sollte man beispielsweise weit mehr transportieren als nur schnöde Unternehmensnews. Twitter ermöglicht es Unternehmen, sich unkonventionell und durchaus witzig zu präsentieren, das kommt an. Einige Zeitungsredaktionen machen vor, wie man Twitter effektvoll nutzt, nämlich in einer Mischung aus Infos und dem „Blick hinter die Kulissen“. DerWesten beispielsweise macht das sehr gut oder auch Weltkompakt. Politiker sind, was Twitter anbelangt, noch in einer Findungsphase. Hubertus Heil konnte von seiner USA-Reise zunächst gar nicht genug twittern, bei wichtigen SPD-Themen allerdings versagt sein Twitterstrom völlig. So genutzt, ist twitter natürlich auch keine Lösung, sondern eher enttäuschend.
Kurz gefasst: 3,5 Jahre: Mehr und mehr prominente Personen und Unternehmen twittern.
10 Jahre: Twitter ist aus dem virtuellen Kommunikationsmix von Unternehmen, Institutionen, Parteien, Einzelpersonen, Politikern etc. nicht mehr wegzudenken.
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